Futurium

Das 2019 eröffnete Futurium ist eine Projektinitiative wissenschaftlicher Einrichtungen und Netzwerke in Berlin. Als Haus der Zukünfte dreht sich alles um die Frage: Wir wollen wir leben? Besucherinnen und Besucher können in Dauer- und Sonderausstellungen mögliche Zukünfte entdecken, im Forum gemeinsam diskutieren und im Futurium Lab eigene Ideen ausprobieren.

Natur, Mensch, Technik – Dauerausstellung

Wir können uns die Zukunft in schier unendlichen Möglichkeiten vorstellen: Roboter-Menschen, begrünte Hochhäuser, gemeinschaftliche Ökonomien. Die Dauerausstellung im Futurium stellt verschiedene Zukunftsentwürfe vor und schafft Raum für Diskussion und Reflexion. Dabei stehen drei große Denkräume im Mittelpunkt: Natur, Mensch, Technik.
Die Forschungsgruppe Nachhaltiges Bauen der HTWK Leipzig entwickelte ein eigens für das Futurium gefertigtes Ausstellungsstück aus dem innovativen und nachhaltigen Baustoff Carbonbeton.

Starkes Leichtgewicht

Das zunehmende Bevölkerungswachstum treibt die Urbanisierung voran und bis 2050 werden rund zwei Drittel der Menschheit (etwa 6,5 Milliarden Menschen) in Städten leben. Damit stehen der Bausektor sowie die Stadtplanung vor enormen Herausforderungen, denn bis dahin müssen genauso viele Infrastrukturen und Wohnungen geschaffen werden, wie seit Beginn der Industrialisierung vor 250 Jahren entstanden sind. Forscherinnen und Forscher arbeiten deshalb an neuen Betonarten wie Carbonbeton, welche die traditionelle Art und Weise des Bauens mit Stahlbeton nachhaltig verändern sollen.

Carbonbeton besteht aus feinen Kohlenstofffasern und einer sehr dünnen Betonschicht. Eine Faser ist dabei zehnmal dünner als ein menschliches Haar und extrem stabil. Ein in den Beton gelegtes Garn fasst bis zu 50 000 Fasern und kann auf einer Maschine zu Matten, sog. Gelegen, verarbeitet werden. Da dieses Carbongelege viel dünner als Stahl und rostbeständig ist, wird eine nur wenige Millimeter dicke Betonummantelung benötigt. Außerdem werden bis zu 50% weniger Energie und Rohstoffe beim Bauen mit Carbonbeton verbraucht.

Brücken, gewölbte Decken oder schlanke Fassaden – überall dort, wo in Zukunft dünne und tragfähige Konstruktionen benötigt werden, könnte Carbonbeton zum Einsatz kommen. Das Exponat im Futurium präsentiert die Eigenschaften des Baustoffes anschaulich und gibt zugleich einen Einblick in die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des smart materials, welches auch Strom und Daten leiten oder Strom in Wärme umwandeln kann.