Verbundvorhaben V 4.1 „Multiaxiale Garnablage im automatisierten Umlaufprozess“

Textile Bewehrungen haben in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen, vor allem in Form von bi- oder multiaxialen Gittergelegen aus Carbonfilamentgarnen. Im Vergleich zur herkömmlichen Stahlbetonbewehrung bieten sie variable Anordnungsmöglichkeiten und zeichnen sich zugleich durch ihre hohe Festigkeit entlang der Faserrichtung aus. Durch den Einsatz von Carbonbeton können nicht nur filigranere Bauteile realisiert, sondern auch völlig neue Anwendungsgebiete erschlossen werden.

Das Ziel dieses Vorhabens ist es, völlig neuartige, automatisierte Herstellungs- und Verarbeitungsprozesse sowohl im Bewehrungseinbau als auch in der Schalungsanordnung für Fertigteile aus bewehrtem Beton in den herkömmlichen Betonfertigteilbau zu integrieren. Für eine erfolgreiche Integration der neuen Bewehrung ist ein grundlegendes Überdenken aller Prozesse notwendig aber auch eine bauwesenübergreifende Einbindung von Kompetenzen.

Das Forschungsziel ist die direkte Garnablage von Carbonfasern in ein neuartiges Schalsystem, das in den bestehenden automatisierten Umlaufprozess im Betonfertigteilwerk integriert wird. Hierbei ist vor allem die Überführung der Logik des derzeitigen, gröberen Stahlbetonfertigungsprozesses auf die Anforderungen des um Faktor 8 kleineren Carbonbetons zu realisieren, da die vorhandene Technik weiterhin Verwendung finden soll.

Das Vorhaben dient als einer der ersten Schritte in Richtung Industrie 4.0 im Bauwesen, da sowohl eine Automatisierung und eine dauerhafte Optimierung des gesamten Prozesses angestrebt wird, als auch die wesentlichen Schnittstellen für die zukünftig digitalisierten, logistischen und planerischen Prozesse hin zu einem integralen Gesamtprozess im Bauwesen gewährleistet werden.

weiterlesen im Tagungsband