HTWK Leipzig konnte zusätzliche Mittel für Forschung, Transfer und Lehre im Jahr 2025 erneut auf hohem Niveau halten
Die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) warb im Jahr 2025 insgesamt 20,66 Millionen Euro Drittmittel ein. Diese Mittel erhielt die Hochschule zusätzlich zu ihrem regulären Haushalt von Bund, Land, Europäischer Union, der Wirtschaft und weiteren Förderern wie der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und profiliert sich damit weiter als eine der forschungsstarken Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Deutschland. Zu den Drittmitteln gehören 4,48 Millionen Euro des Forschungs- und Transferzentrums Leipzig e. V. (FTZ) der Hochschule, das als Bindeglied zur Wirtschaft dient, sowie 2,96 Millionen Euro Stiftungsgelder der Deutschen Telekom AG für die Fakultät Digitale Transformation.
Insgesamt beschäftigen die Hochschule und das FTZ 359 Mitarbeitende aus Dritt- und Sondermitteln, die sich in zahlreichen Forschungsvorhaben sowie in Projekten in Studium, Lehre und Administration einbringen, sowie 55 Mitarbeitende aus dem Zukunftsvertrag Studium und Lehre.
„Seit nunmehr vier Jahren hält unsere Hochschule kontinuierlich das 20-Millionen-Euro-Niveau bei der Einwerbung von Drittmitteln. Dieser Erfolg zeigt, dass unsere Forschenden im bundesweiten Wettbewerb um zusätzliche Gelder immer wieder ausgezeichnete und wettbewerbsfähige Ideen einbringen und die HTWK Leipzig damit dauerhaft zu einer forschungsstarken Hochschule machen. Hervorzuheben ist, dass rund ein Viertel dieser Mittel aus der Wirtschaft kommt. Das zeigt, dass Hochschule und Unternehmen einander stärken und dieser Transfer gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten gelingt und Stabilität befördert“, sagt Prof. Dr.-Ing. Jean-Alexander Müller, Rektor der HTWK Leipzig.
Prof. Dr.-Ing. Faouzi Derbel, Prorektor Forschung und Nachhaltigkeit der HTWK Leipzig, betont: „Für einen Großteil der Themen, an denen die HTWK Leipzig forscht, gibt es Bedarfe in der Wirtschaft, denn als Hochschule für Angewandte Wissenschaften forschen wir oftmals gemeinsam mit Partnern aus der Praxis. Sie arbeiten mit uns an Lösungen, für die es reale Nachfragen gibt und meist in anwendbaren Produkten, Dienstleistungen oder Technologien münden – das macht uns aus und darauf sind wir stolz.“
Drittmittelprojekte in der Forschung
Der größte Anteil der Drittmittel fließt in anwendungsnahe Forschungsprojekte; die Fördermittel ermöglichen die Umsetzung vielfältiger Ideen für Lösungen zu Zukunftsthemen wie Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Energiewende.
So fördert das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat beispielsweise das Projekt „TimberBot“, bei der die interdisziplinäre Forschungsgruppe FLEX der HTWK Leipzig in Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft Roboter entwickelt, die Holzbalken präzise zuschneiden und bearbeiten können. Ziel ist es, den Holzbau günstiger, flexibler und nachhaltiger zu machen, in dem bei der Verarbeitung weniger Abfall und besser wiederverwendbarere Holzverbindungen entstehen.
Das Projekt „SieWo – Sie wohnt gewaltfrei“, eine Kooperation der HTWK Leipzig mit der Kontaktstelle Wohnen, unterstützt Frauen und Kinder nach häuslicher Gewalt beim Übergang aus Frauenschutzhäusern in ein sicheres, eigenes Zuhause. Ziel des Vorhabens ist es, bezahlbaren Wohnraum zu vermitteln, Schutzsysteme zu entlasten und langfristig stabile Mietverhältnisse zu begleiten. Das Projekt wird durch das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+) gefördert.
Bei dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Projekt „TOUCAN-Evolution“ verbessern Maschinenbau-Ingenieure gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft moderne Solarzellen so, dass sie künftig effizient und wettbewerbsfähig in Europa in großer Stückzahl produziert werden können. Dafür optimieren sie Produktionsprozesse mithilfe von Simulationen, zum Beispiel damit empfindliche Siliziumscheiben in chemischen Bädern stabil bleiben und sich die benötigten Gase in den Öfen gleichmäßig verteilen, was Qualität, Ausbeute und Produktionsgeschwindigkeit erhöht.
Drittmittelprojekte in der Lehre
Auch in diesem Bereich setzte die HTWK Leipzig mehrere Projekte um: So war die Hochschule Mitglied im sächsischen Verbundprojekt „studienerfolg@saxHAW“, gefördert durch den Europäischen Sozialfonds. Der Förderzeitraum lief von April 2024 bis Juni 2026. Ziel war es, den Studienerfolg zu erhöhen und dem erwarteten Fachkräftemangel auf dem (sächsischen) Arbeitsmarkt entgegenzuwirken. Das Projekt richtete sich an junge Frauen und Mädchen in MINT-Studiengängen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik).
Das Makers Lab gab Schülerinnen verschiedener Klassenstufen sowie Studieninteressierten Einblicke in die Hochschule, den Studienalltag und in Studieninhalte: Programmieren, 3D-Druck, KI und Robotik, Experimente im Chemielabor, Löten, Bauen, Entwerfen und mehr waren im Angebot.
Beim Mentoring-Programm konnten sich Studierende und berufserfahrene Frauen aus Wissenschaft und Wirtschaft vernetzen. Eine Role-Model-Kampagne verlieh weiblichen Karrierewegen Sichtbarkeit. Darüber hinaus wurden Bildungsangebote für Studierende entwickelt und etabliert. Ziel war es, geschlechterspezifische Bedürfnisse aufzugreifen und mehr Frauen für das männerdominierte Feld der MINT-Berufe zu gewinnen und auch auf diese Weise dem Fachkräftemangel in diesem Bereich zu begegnen.
Hintergrund
Insgesamt verfügte die HTWK Leipzig im Jahr 2025 über ein Finanzvolumen in Höhe von 61,88 Mio. Euro. Davon erhielt sie 41,22 Mio. Euro Haushaltsmittel vom Freistaat Sachsen. Die zusätzlichen 20,66 Mio. Euro Drittmittel setzen sich wie folgt zusammen: Insgesamt erhielt die HTWK Leipzig im Jahr 2025 rund 46,2 Prozent (9,2 Mio. Euro) der Drittmittel vom Bund. Rund 25 Prozent (5,16 Mio. Euro) stammen von regionalen und überregionalen Unternehmen, rund 15,6 Prozent (3,22 Mio. Euro) aus Förderprogrammen der Europäischen Union und rund 3,7 Prozent (0,77 Mio. Euro) vom Freistaat Sachsen. Hinzu kommen 9,5 Prozent (1,97 Mio. Euro) unter anderem vom Deutschen Akademischen Austauschdienst und von sonstigen öffentlichen und nichtöffentlichen Drittmittel-Gebern.
