thermocrete

Beton ist vielseitig und ökonomisch einsetzbar. In seinen Anfängen wurde Beton vor allem für seine revolutionären bautechnischen Möglichkeiten geschätzt und entsprechend konstruktiv genutzt. Seit den 1920er Jahren wurde im Zuge des verbreiteten Einsatzes von Beton der sichtbaren Oberfläche nach Fertigstellung immer mehr Beachtung zu Teil. Nach dem heutigen Stand der Technik sind der Gestaltung kaum Grenzen gesetzt. Es gibt hinsichtlich seiner Formbarkeit und Funktionalität eine Vielzahl von Möglichkeiten. Beton dient somit nicht länger nur als konstruktiv nutzbarer Baustoff, sondern vielmehr als Basis kreativer Architektur. Neben Design und Ästhetik geht der Bedarf jedoch immer mehr in Richtung einer zusätzlichen Funktionalität.

Ziel

Das Projekt thermocrete untersucht die dauerhafte Einbringung von thermochrom agierenden Pigmenten in die Betonmatrix. Thermochrome Stoffe besitzen die Eigenschaft bei Temperaturänderung die Farbe zu ändern. Diese Eigenschaft soll auch für Betonoberflächen nutzbar gemacht werden, beispielsweise um autarke Informations- und Leitsysteme zu integrieren oder absorptionsgradoptimierte Oberflächen realisieren.

Mögliche Anwendungsbereiche

  • Betonfassade

    In Gebäuden heizt sich im Sommer die dunkle Fassade bei hoher Wärmestrahlung schnell auf. Bei einem Farbumschlag von farbig zu farblos bei 30 °C hellt sich die Fassade auf und die auftreffende Strahlung wird reflektiert. Da helle Oberflächen weniger Wärmeenergie aufnehmen, kann die Hitze sowie die damit einhergehenden sogenannten 'Wärmeinseln' in den Städten minimiert werden.

  • Sicherheitsrelevante Bauteile für Bus- und Bahnsteige

    Bei kalter Außentemperatur warnt ein Farbumschlag von farblos zu farbig bei 4 °C z. B. vor Glätte.

Farbumschlag eines Betonprobekörpers mit thermochromen Pigmenten: